In Prenzelberg lieber mieten
Die meisten Markt-Akteure nehmen die Unsicherheit eher pragmatisch - man trennt einfach die Äpfel von den Birnen. "Während der Eigenheimmarkt stabil ist, mussten einige Investoren auf den Boden der Tatsachen zurückkommen", sagt Thomas Wernicke, Chef des Berlin-Brandenburgischen Landesverbandes im Ring Deutscher Makler. Bei selbst genutzten Einfamilienhäusern und Eigentumswohnungen rechnet er mit moderaten Preissteigerungen. Auch, weil in guten Lagen nicht viele Objekte auf dem Markt sind. Wer eine Immobilie in Frohnau, Steglitz-Zehlendorf oder Charlottenburg-Wilmersdorf besitzt, brauche sich nicht zu sorgen. Trotzdem würden viele Eigentümer, die eigentlich zeitnah einen Verkauf planten, jetzt lieber abwarten. Viele seien verunsichert, vor allem wegen der Frage, wo sie den Verkaufserlös sicher anlegen könnten.
Optimistisch gibt sich Dirk Wohltorf vom Immobilienverband Deutschland (IVD) in Berlin-Brandenburg: "Wer jetzt zu den günstigen Zinsen in guter Lage eine Wohnung kauft, wird sich in zehn bis 15 Jahren beglückwünschen, da wette ich drauf." In angesagten Ecken à la Prenzlauer Berg würde er allerdings lieber mieten, statt zu kaufen. "Solche Hypes um einzelne Kieze vergehen auch wieder", meint Wohltorf.
Michael Schick, Sprecher des IVD Deutschland, guckt über den Tellerrand: "Man kann durchaus Prognosen abgeben. Ganz klar: Den Berliner Investorenmarkt - besonders bei Hotels und Büroimmobilien - betrifft die Finanzkrise durchaus. Da muss man mit Preisrückgängen bis zu 25 Prozent rechnen. Aber der Markt für Einfamilienhäuser und Wohnungen bleibt stabil. Wir hatten ja keine Preisblase in Deutschland. Es gibt weder ein Nachfrage- noch ein Finanzierungsproblem." Wenn Schick recht hat, können Eigenheimbesitzer sich auch weiterhin ein Liedchen pfeifen - und das sogar im eigenen Keller.
24. Januar 2009