- Mieten liegen bei Neuabschlüssen rund 20 Prozent über den Mietspiegelwerten für Bestandswohnungen
- Lichtenberg hat mit 14,3 Prozent stärkste Mietdynamik bei Standardwohnlagen, gefolgt von Neukölln (13,7 Prozent) und Mitte (12,0 Prozent)
- Zweistellige Mietsteigerungen auch in Vorzugswohnlagen von Mitte, Friedrichshain-Kreuzberg, Pankow/Prenzlauer Berg und Neukölln
- Vom „Run“ auf Innenstadtlagen profitieren auch der Norden Neuköllns und Teile von Wedding
Die Dynamik auf dem Berliner Neuvermietungsmarkt hält an. Laut dem aktuellen Marktmietspiegel Geschosswohnungsbau des IVD Berlin-Brandenburg e. V. sind die Mieten bei Neuabschlüssen im Vergleich zu 2009 um 7,3 Prozent gestiegen. Die Schwerpunktmiete (die am häufigsten anzutreffende Miete) liegt 2011 in Standardwohnlagen bei monatlich 6,20 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche nettokalt. Im Vorjahr lag sie noch bei 6,00 Euro/qm, 2009 bei 5,80 Euro/qm. In den besseren Vorzugswohnlagen erreicht die Neuvertragsmiete 2011 7,50 Euro/qm im Vergleich zu 7,25 Euro/qm in 2010 und 6,99 Euro/qm in 2009. Damit liegen die zum Stichtag 1. Mai 2011 ermittelten Neuabschlussmieten etwa 20 Prozent über den Werten des offiziellen Mietspiegels, der mit dem Stichtag 1. September 2010 weniger aktuell ist.
„Der Marktmietspiegel stellt die aktuellen Marktpreise dar und kann so die Wirklichkeit auf dem Mietmarkt viel deutlicher abbilden als die vergangenheitsbedingten Mietspiegel-Daten“, erklärt Andreas Schories, stellv. Vorsitzender des IVD-Wertermittlungsausschusses und
öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger. „Mit einer Neuvermietungsquote von zehn Prozent im Jahr werden in der Mieterhauptstadt Berlin jährlich rund 200.000 Wohnungen neu vermietet. Somit bietet der IVD-Marktmietspiegel ergänzend zum offiziellen
Marktmietspiegel, der als Richtwert für Bestandsmieten fungiert, eine Orientierungshilfe für Neuvertragsmieten. Für die Marktakteure bedeutet dies mehr Transparenz.“
Gegenüber 2009 sind die Neuvertragsmieten zwar durchschnittlich um rund 7,3 Prozent gestiegen. Doch dies entspricht auf Jahresebene lediglich 3,7 Prozent. Berücksichtigt man den Verbraucherpreisanstieg von 3,6 Prozent in den vergangenen zwei Jahren, so wird der
Anstieg bei Neuabschlüssen zu fast 50 Prozent durch den Anstieg der Lebenshaltungskosten bewirkt. Einfluss auf die Mietentwicklung hat des Weiteren die Modernisierung des Gebäudebestands.
„Der IVD setzt sich für die Versachlichung der Debatte um die so genannte `Mietenexplosion´ ein“, erklärt Dirk Wohltorf, Vorsitzender des IVD Berlin-Brandenburg e. V. „Dazu gehört die Differenzierung der Mietentwicklung. Dazu gehört aber auch die Anerkennung der Tatsache, dass durch den Zuzug von Menschen mit höherem Einkommen ganze Gebiete aufgewertet werden.“